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    Strom mit der Kraft des Saalewassers

    An zwei Standorten in Halle will die EVH Wasserkraftanlagen bauen: am Pulverweidenwehr und an der alten Papiermühle in Kröllwitz. Vor dem Bau solcher Anlagen stehen umfangreiche Genehmigungsverfahren an, um Schutz der Natur und Bürgerinteressen unter den berühmten Hut zu bringen.

    Hier der aktuelle Stand vom Januar 2010:

    Wasserkraftanlage am Pulverweidenwehr

    Der Plan

    Die EVH will eine Wasserkraftanlage als Buchten-Kraftwerk errichten. Buchtenkraftwerke werden in Buchten am Flusslauf erbaut, so dass der Flussquerschnitt nicht verengt wird und eventuell auftretende Hochwässer sicher abfließen können. Dazu sollen zwei Kapplan-Rohrturbinen mit einer Gesamtleistung von 900 kW installiert werden. Ebenso muss die Klappe des Pulverweidenwehrs vergrößert und auf dem Stadtwehr ein  regulierbarer Aufsatz errichtet werden. Selbstverständlich wird die Anlage mit Fischabstieg und –aufstieg ausgerüstet. Eine Rechenanlage wird verhindern, dass große Baumstämme oder anderes Treibgut in die Anlage geraten. Die Anlage soll einen Ertrag von 4,1 GWh pro Jahr erbringen. Damit können ca. 2.100 Haushalte in Halle mit Strom versorgt werden.

    Stand des Genehmigungsverfahrens

    Am 25.3.2009 fand der Erörterungstermin als wichtiger Meilenstein des Genehmigungsverfahrens statt. Unter anderem wurde beschlossen, auf eine ursprünglich vorgesehene künstliche Verengung im Mühlgraben zu verzichten. Die geplante Höhe des Wasserspiegels soll nun den natürlichen Verhältnissen nachgefahren werden. Diese Änderungen werden die Auswirkungen der Wasserkraftanlage auf die Umwelt weiter verringern und müssen in die Planunterlagen eingearbeitet und dem Landesverwaltungsamt als zentrale Behörde übergeben werden. Im Februar 2010 werden die Planungsbüros die überarbeiteten Ergebnisse vorlegen. 

    Besonderheiten dieser Anlage

    Die Wasserkraftanlage am Pulverweidenwehr wird mit einer beispielhaften Rechenanlage ausgestattet, die Entnahme und Entsorgung des Treibgutes nicht erforderlich macht. Es ist ein außergewöhnliches Zusammenspiel zwischen Anlagenkonzept und Maschinentechnik vorgesehen – dadurch wird ein sehr hoher Schutz der Fische realisiert. Dazu liegt ein fischbiologisches Gutachten vor, das dieser Anlage einen in Europa einzigartigen Schutz der Fische bestätigt.

    Grundriss und Längsschnitt als PDF

    Foto: Horst Fechner

    Wasserkraftanlage Kröllwitz

    Der Plan

    Die alte Wasserkraftanlage in der ehemaligen Papierfabrik Kröllwitz soll reaktiviert werden. Dazu sollen drei Francis -Turbinen mit einer Gesamtleistung von 600 kW errichtet werden. Auch hier sind Fischauf- und ein Fischabstieg vorgesehen, eine Rechenanlage soll verhindern, dass große Baumstämme oder anderes Treibgut in die Anlage geraten. Die Anlage soll einen Ertrag von 4,0 GWh pro Jahr erbringen. Damit können ca. 2.000 Haushalte in Halle mit Strom versorgt werden.

    Stand des Genehmigungsverfahrens

    Die Planunterlagen wurden dem Landesverwaltungsamt übergeben, das sie öffentlich ausgelegt und Einwände und Hinweise entgegen genommen hat. Im Ergebnis dieses Verfahrens wird auf die künstliche Verengung des Mühlgrabens zur ehemaligen Woebke-Mühle verzichtet. Außerdem sollen nur drei Turbinen ausgebaut und durch die vierte vorhandene Kammer der Fischaufstieg geführt werden. Diese Änderungen werden die Auswirkungen der Wasserkraftanlage auf die Umwelt weiter verringern und müssen in die Planunterlagen eingearbeitet und dem Landesverwaltungsamt als zentrale Behörde übergeben werden. Im Februar 2010 werden die Planungsbüros die überarbeiteten Ergebnisse vorlegen. Der Erörterungstermin für diese Wasserkraftanlage soll im März 2010 stattfinden.

    Besonderheiten dieser Anlage

    Die Wasserkraftanlage in Kröllwitz wird mit einer beispielhaften Rechenanlage ausgestattet, die Entnahme und Entsorgung des Treibgutes nicht erforderlich macht. Die Einhaltung des natürlichen Wasserspiegels wird die Einflüsse der Anlage auf die Umwelt  weiter reduzieren. Zugleich kann das alte Maschinenhaus der Papiermühle Kröllwitz denkmalgerecht saniert und später wieder genutzt werden.  

    Grundriss und Längsschnitt als PDF

    Foto: Horst Fechner

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